Konrad Adenauer

1949 wurde nach jahrelangen Verhandlungen endlich die deutsche Verfassung verabschiedet, die den Namen Grundgesetz erhielt. Gleichzeitig mit ihrer Verabschiedung wurde auch der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt – Konrad Adenauer.

Bereits während der Weimarer Republik war Konrad Adenauer Mitglied der katholischen Zentrumspartei. Als Oberbürgermeister der Stadt Köln und Präsident des Preußischen Staatsrates war er vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten politisch einflussreich. Nach der Machtergreifung wurden ihm alle Ämter aberkannt. Es kam sogar zu einer Inhaftierung des Juristen Adenauer.

Konrad Adenauer war eines der Gründungsmitglieder der heutigen CDU, deren Vorsitz er von 1950 an 16 Jahre lang bestritt. Adenauer war für den historischen Werdegang und den Aufbau des Nachkriegsdeutschlands so wichtig, dass viele Historiker heute von der Adenauer-Ära sprechen. Er war nicht nur Bundeskanzler, sondern vertrat die Bundesrepublik auch als Außenminister und war Präsident des Parlamentarischen Rates.

Der damalige Bundeskanzler war bei seiner Ernennung bereits 73 Jahre alt und somit nicht nur der erste, sondern auch der bisher älteste in seinem Amt. Neben seiner konsequenten Westpolitik setzte er sich auch für die Etablierung einer modernen und sozialen Marktwirtschaft ein. Seine Haltung war antikommunistisch und gegen die Sowjetunion gewandt. Die Ausgestaltung der Wirtschaftspolitik überließ er jedoch seinen Ministern, allen voran Ludwig Erhard, der heute oft als Vater der sozialen Marktwirtschaft bezeichnet wird. Während des Wiederaufbaus überschattete der Kalte Krieg die Welt, sodass Adenauer selbst seine Aufmerksamkeit der Außenpolitik widmete. Die Aufrechterhaltung guter Beziehungen zu den USA und die Entwicklung enger wirtschaftlicher Beziehungen zu den europäischen Nachbarstaaten waren die wichtigsten Bestandteile seiner politischen Arbeit.


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